Wie du dein fertiges Manuskript drucken lässt, hängt vor allem von der Auflage und davon ab, ob du das Buch verkaufen willst. Für einzelne Exemplare und kleine Mengen eignet sich meist Digitaldruck. Beim Print-on-Demand wird jedes Buch erst nach einer Bestellung gedruckt. Eine größere Auflage senkt oft den Stückpreis, erfordert aber mehr Geld im Voraus und Lagerplatz.
Mit einem Druckauftrag bezahlst du die Herstellung der Bücher. Je nach Anbieter kommen für den Verkauf im Handel eine ISBN und der Vertrieb hinzu. Die Kosten hängen unter anderem von Seitenzahl, Format, Papier, Farbe, Bindung und Auflage ab. Einen einheitlichen Festpreis für ein Buch gibt es daher nicht.
Drei Druckverfahren im Vergleich
Beim Digitaldruck druckt eine Maschine die Bücher direkt von der Druckdatei. Das eignet sich für einzelne Exemplare und kleine Auflagen, etwa für eine Familienchronik, ein Vereinsbuch oder Bücher für eine Lesung. Du musst nicht gleich viele Stück vorfinanzieren. Bei kleinen Mengen ist der Preis pro Exemplar allerdings häufig höher als bei einer größeren Auflage.
Print-on-Demand, kurz PoD, bedeutet „Druck auf Bestellung“: Der Anbieter produziert ein Exemplar, wenn jemand das Buch bestellt. So brauchst du keinen eigenen Lagerbestand und musst keine größere Auflage vorab bezahlen. Die Druckkosten fallen bei jedem verkauften Exemplar an. Ob ISBN, Vertrieb und Veröffentlichung dazugehören, hängt vom gewählten Angebot ab.
Beim Auflagendruck lässt du eine festgelegte Menge auf einmal herstellen. Bei größeren Bestellungen kommt häufig Offsetdruck infrage, bei dem Druckplatten für die Produktion verwendet werden. Die Kosten pro Buch sinken mit steigender Menge oft deutlich. Dafür bezahlst du die Auflage vorab und trägst das Risiko, wenn du nicht alle Exemplare verkaufst.
| Verfahren | Passt, wenn … | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Digitaldruck | du wenige Exemplare brauchst | Der Stückpreis kann bei kleinen Mengen höher ausfallen. |
| Print-on-Demand | du ohne eigenen Vorrat verkaufen möchtest | Druckkosten und Vertriebsleistungen hängen vom Anbieter ab. |
| Auflagendruck | du eine größere Menge sicher benötigst | Der niedrigere Stückpreis geht mit höheren Vorabkosten und Lagerbedarf einher. |
Einen festen Punkt, ab dem Offsetdruck immer günstiger ist, gibt es nicht. Anbieter setzen unterschiedliche Preise und Mindestmengen an. Lass dir deshalb für dieselbe Ausstattung und Stückzahl Angebote für Digital- und Auflagendruck machen.
Kosten für den Buchdruck
Je mehr Seiten ein Buch hat, desto mehr Papier braucht der Innenteil und desto höher fällt der Druckpreis aus. Auch Format und Papierart spielen eine Rolle. Ein schwarzweiß gedruckter Roman kostet anders als ein farbiges Fotobuch. Bei Softcover und Hardcover unterscheiden sich Material und Verarbeitung.
Die Auflage wirkt sich auf zwei verschiedene Beträge aus: den Preis pro Exemplar und die Gesamtsumme. Bei einer größeren Menge kann jedes Buch günstiger sein, während du insgesamt mehr Geld vorstrecken musst. Vergleiche daher immer den Gesamtpreis der Bestellung und nicht nur den Stückpreis. Versandkosten und mögliche Lagerkosten gehören ebenfalls in die Rechnung.
Auch bei Plattformen wie BoD hängen Einstiegspreise von Produkt und Ausstattung ab. BoD nennt einen Buchdruck ab 2,05 Euro pro Exemplar; für das Veröffentlichungsangebot „Publish“ wird eine einmalige Gebühr von 39 Euro angegeben. Diese Preise gelten für die jeweils beschriebenen Leistungen. Prüfe vor der Bestellung, welche Ausstattung und Leistungen im Preis enthalten sind und ob Versandkosten dazukommen.
Zum Druckpreis kommen bei einem eigenen Buch möglicherweise weitere Ausgaben hinzu. Dazu zählen Lektorat und Korrektorat sowie Satz und Covergestaltung. Diese Leistungen sind nicht automatisch im Druck enthalten. Wenn du veröffentlichen möchtest, rechne außerdem mögliche Gebühren für Veröffentlichung und Vertrieb ein. Anbieter kalkulieren diese Posten unterschiedlich, daher solltest du sie in Angeboten getrennt prüfen.
Buchdruck-Angebote vergleichen
Bitte mehrere Anbieter um ein Angebot für dieselbe Buchausstattung. Lege vorher ein konkretes Beispiel fest, etwa einen Roman mit 200 Seiten, Taschenbuchformat, schwarzweißem Innenteil, Softcover und 100 Exemplaren. Frage nach dem Gesamtpreis und den Kosten pro Stück. Erkundige dich auch nach den Versandkosten und den enthaltenen Leistungen. Bei einer größeren Menge lohnt sich zusätzlich ein Preis für eine kleinere Auflage oder Print-on-Demand zum Vergleich.
Prüfe, ob die Umsatzsteuer im Preis enthalten ist und ob der Anbieter Gestaltung oder Veröffentlichung mitberechnet. Ein niedriger Druckpreis sagt nicht, ob du das Buch damit im Handel verkaufen kannst. Wenn du nur einige Exemplare für dich brauchst, ist ein Veröffentlichungsangebot nicht unbedingt nötig.
Vom Manuskript zum fertigen Buch
Lege zuerst fest, ob du das Buch privat nutzen, bei Veranstaltungen verkaufen oder im Handel anbieten möchtest. Diese Entscheidung bestimmt, ob du nur eine Druckerei brauchst oder zusätzlich ISBN und Vertriebsleistungen prüfen solltest. Schließe danach das Manuskript ab. Entscheide dann, wer Lektorat und Korrektorat sowie Cover und Satz übernimmt. Beim Selfpublishing, also wenn du dein Buch selbst veröffentlichst, organisierst und bezahlst du diese Leistungen selbst oder beauftragst Fachleute.
Wähle anschließend Format und Papier. Lege auch Druckfarbe und Bindung fest. Gestalte die Innenseiten und den Umschlag nach den Vorgaben des Anbieters. Druckereien und Plattformen haben eigene Anforderungen an die Druckdateien. Verwende deshalb die Druckvorlage des Anbieters und prüfe sie vor dem Export.
Bestelle vor einer größeren Auflage ein Probeexemplar. So kannst du kontrollieren, ob Schriftgröße, Seitenumbrüche, Beschnitt, Umschlag und Papier zum Buch passen. Amazon KDP empfiehlt ebenfalls, vor der Veröffentlichung einen Probedruck zu prüfen. Die genauen Regeln für Probeexemplare und deren Kosten hängen vom Anbieter ab.
Bestelle eine größere Menge erst, wenn das Probeexemplar stimmt. Danach kannst du die Veröffentlichung einrichten. Bei unsicherer Nachfrage hält Print-on-Demand den Lagerbedarf niedrig. Wenn du eine verlässliche Abnahme organisiert hast, lohnt sich zusätzlich ein Angebot für eine größere Auflage.
Buch drucken oder veröffentlichen?
Ein Druckauftrag allein beinhaltet nicht zwingend eine ISBN oder den Verkauf über Buchhandlungen und Online-Shops. Manche Selfpublishing-Angebote verbinden Druck und Veröffentlichung, andere behandeln beides getrennt. Lies deshalb genau nach, ob dein gewähltes Produkt nur Exemplare herstellt oder auch ISBN und Vertrieb umfasst.
Eine ISBN (Internationale Standardbuchnummer) kennzeichnet eine bestimmte Ausgabe eines Buches im Buchhandel. Sie sorgt für sich genommen nicht dafür, dass Buchhandlungen das Buch bestellen oder Leser es kaufen. Auch bei einer Veröffentlichung bleiben redaktionelle Qualität, Gestaltung und Vermarktung Aufgaben, die du selbst übernehmen oder separat beauftragen musst.
Wenn du über eine Plattform verkaufst, prüfe außerdem die Bedingungen für Preisgestaltung, Honorar und mögliche Exklusivität. Erlösmodelle unterscheiden sich je nach Anbieter. Bei Amazon KDP werden die Tantiemen für gedruckte Bücher beispielsweise anhand des Verkaufspreises und der Druckkosten berechnet. Diese Regeln gelten für KDP und lassen sich nicht auf andere Anbieter übertragen.
Pflichtablieferung in Deutschland
Bei veröffentlichten Büchern kann in Deutschland eine Pflichtablieferung an die Deutsche Nationalbibliothek gelten. Für ablieferungspflichtige körperliche Medienwerke sieht die Regelung grundsätzlich zwei Exemplare vor. Es gibt jedoch Ausnahmen und ergänzende Bestimmungen. Prüfe deshalb die aktuellen Vorgaben der Deutschen Nationalbibliothek und gegebenenfalls die Regeln des Bundeslands, in dem du veröffentlichst. Ein privates Buchprojekt solltest du nicht ohne Prüfung mit einer Veröffentlichung gleichsetzen.