Nach dem fertigen Manuskript können Sie es bei einem Verlag einreichen oder selbst veröffentlichen. Ein Verlag übernimmt in der Regel einen großen Teil der Herstellung und trägt das finanzielle Risiko. Beim Selfpublishing steuern Sie die Veröffentlichung und entscheiden, welche Aufgaben Sie selbst erledigen oder vergeben.

Lektorat, Gestaltung und Druck können Sie einzeln bei Dienstleistern beauftragen. Entscheidend ist, wie viel Arbeit und Kontrolle Sie übernehmen wollen und welche Kosten und Rechte mit dem jeweiligen Angebot verbunden sind.

Zielgruppe und Zeitplan festlegen

Bevor Sie sich festlegen, beschreiben Sie Ihr Buch in wenigen Sätzen: Welches Genre hat es, für wen ist es gedacht und warum sollte diese Leserschaft danach greifen? Die Antworten helfen Ihnen, passende Verlage zu finden oder beim Selfpublishing Gestaltung, Preis und Vertrieb auf die Zielgruppe auszurichten.

Auch Ihr Zeitplan zählt. Verlage entscheiden selbst, welche Manuskripte sie annehmen, und legen den Veröffentlichungstermin fest. Beim Selfpublishing bestimmen Sie den Termin selbst, müssen aber die nötigen Schritte bis dahin organisieren. Legen Sie den Veröffentlichungstermin erst fest, wenn Text und Gestaltung fertig und die Vertriebswege organisiert sind.

Buch über einen Verlag veröffentlichen

Bei einem klassischen Verlag reichen Sie Ihr Buchprojekt ein und warten auf eine Auswahlentscheidung. Nimmt der Verlag das Manuskript an, übernimmt er üblicherweise Aufgaben wie Lektorat, Herstellung und Vertrieb. Welche Leistungen Sie tatsächlich erhalten und wie stark Sie bei Cover, Text und Termin mitentscheiden, hängt vom Verlag und vom Vertrag ab.

Verlage erhalten viele Einsendungen und nehmen nicht jedes passende Buch an. Suchen Sie deshalb gezielt nach Verlagen, deren Programm zu Ihrem Genre und Ihrer Leserschaft passt. Manche kleinere oder spezialisierte Verlage nehmen direkte Einsendungen an; bei größeren Häusern läuft der Zugang teilweise über eine Literaturagentur. Die Vorgaben unterscheiden sich. Prüfen Sie bei jedem Verlag, ob Sie Manuskripte ohne vorherige Anfrage einsenden dürfen und welche Unterlagen der Verlag verlangt.

Eine Literaturagentur vertritt Autorinnen und Autoren gegenüber Verlagen und bietet Projekte dort an. Sie ist ein möglicher Zugang zum Verlagsmarkt, aber kein eigener Veröffentlichungsweg. Bevor Sie ein Projekt einreichen, erstellen Sie ein kurzes Exposé, also eine übersichtliche Beschreibung des Buchs, und eine passende Leseprobe. Notieren Sie außerdem, an welche Verlage Sie Ihre Unterlagen geschickt haben und welche Antworten Sie erhalten.

Vor der Unterschrift sollten Sie genau prüfen, welche Nutzungsrechte der Verlag erhält. Nutzungsrechte erlauben einem Verlag, ein Werk auf bestimmte Weise zu veröffentlichen. Sie können etwa einzelne Formate oder Gebiete betreffen. Auch bestimmte Zeiträume kommen infrage; die Rechte werden exklusiv oder nicht exklusiv eingeräumt. Kontrollieren Sie auch, wie die Vergütung berechnet wird. Prüfen Sie, wann Sie Verkaufsabrechnungen erhalten und unter welchen Bedingungen Rechte an Sie zurückfallen. Bei unklaren Vertragsklauseln ist eine unabhängige rechtliche Beratung sinnvoll.

Buch selbst veröffentlichen

Beim Selfpublishing übernehmen Sie die Veröffentlichung selbst. Das bedeutet nicht, dass Sie jede Aufgabe allein erledigen müssen: Sie können Fachleute für Lektorat, Korrektur, Cover oder Buchsatz beauftragen. Die Verantwortung für Auswahl, Qualität und Kosten bleibt jedoch bei Ihnen. Eine Plattform übernimmt mit der Veröffentlichung nicht automatisch auch Herstellung, Vertrieb und Werbung.

Planen Sie die Arbeit in einer sinnvollen Reihenfolge:

  1. Überarbeiten Sie das Manuskript und lassen Sie es, wenn nötig, lektorieren und korrigieren.
  2. Bereiten Sie Cover und Innengestaltung vor. Zum Buchsatz gehört, wie Text und Seiten gestaltet sind. Dafür können Sie Fachleute beauftragen.
  3. Entscheiden Sie über Formate und Druck. Beim Druck auf Bestellung wird ein Exemplar erst gedruckt, wenn jemand es bestellt. Bei einem größeren Druckauftrag müssen Sie Lagerung und Verkauf selbst planen.
  4. Legen Sie fest, über welche Vertriebswege das Buch erhältlich sein soll. Bereiten Sie außerdem die Angaben vor, die Buchhandel und Verkaufsplattformen dafür benötigen.
  5. Planen Sie Preis, Veröffentlichungstermin und Leseransprache so, dass alles zum fertigen Buch und zum gewählten Vertrieb passt.

Erstellen Sie vorab ein Budget für die Leistungen, die Sie einkaufen möchten. Für die Kosten zählen unter anderem Umfang und Format. Auch der Leistungsumfang spielt eine Rolle; ein allgemeingültiger Gesamtbetrag lässt sich daraus nicht ableiten. Kalkulieren Sie außerdem Zeit für Abstimmung, Korrekturen und die Vorbereitung der Veröffentlichung ein.

Angebote von Buchdienstleistern prüfen

Manche Anbieter verkaufen einzelne Leistungen wie Lektorat, Gestaltung, Druck oder Vertriebsunterstützung. Ein bezahlter Dienst ist nicht automatisch unseriös. Wichtig ist, dass Sie erkennen können, was Sie für Ihr Geld bekommen und wer welche Aufgaben übernimmt.

Seien Sie vorsichtig, wenn ein Anbieter sich als Verlag präsentiert, Ihnen aber hohe Veröffentlichungskosten berechnet, ohne klar zu erklären, welche Leistungen und Vertriebswege im Preis enthalten sind. Lassen Sie sich schriftlich aufschlüsseln, was geliefert wird, welche Rechte Sie einräumen und ob zusätzliche Kosten entstehen. Fragen Sie auch, wer im Buch als Verlag genannt wird und ob Sie das Buch über andere Vertriebswege anbieten dürfen.

ISBN, Rechte und Pflichtexemplare

Eine ISBN ist eine Kennnummer, mit der sich eine Buchausgabe eindeutig zuordnen lässt. Buchhandelsdatenbanken nutzen sie, um Ausgaben zu erfassen und im Handel auffindbar zu machen. Sie ist weder ein Gütesiegel noch eine Voraussetzung für jedes Buch. Für unterschiedliche Formate, etwa Hardcover, Taschenbuch und E-Book, sind jeweils eigene ISBNs vorgesehen. Wenn Sie eine ISBN über einen Anbieter beziehen, klären Sie, wer als Verlag eingetragen wird und ob die Nummer auch außerhalb dieses Anbieters genutzt werden kann.

Das Urheberrecht entsteht bei einem Werk, sofern es die dafür geltenden Voraussetzungen erfüllt, mit seiner Schöpfung. Eine Registrierung ist dafür in Deutschland nicht nötig. Das Urheberrecht selbst und die Nutzungsrechte sind zwei verschiedene Dinge: Sie können einem Verlag bestimmte Veröffentlichungsrechte einräumen, ohne Ihr Werk wie eine ISBN registrieren zu lassen. Ob ein konkreter Text oder Entwurf geschützt ist, hängt von den Umständen ab.

Prüfen Sie nach der Veröffentlichung außerdem, ob Sie ein Exemplar Ihrer Ausgabe abliefern müssen. Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt veröffentlichte Medienwerke; für digitale Veröffentlichungen gelten eigene Abläufe. Hinzu kommen Regeln der Bundesländer, die je nach Ort und Art der Veröffentlichung unterschiedlich ausfallen. Klären Sie deshalb, welche Stelle zuständig ist und welche Ausgabe sie benötigt.

Für neue gedruckte Bücher und bestimmte E-Books gilt in Deutschland die Buchpreisbindung. Sie schränkt ein, wie Sie den Verkaufspreis festlegen. Da Einzelheiten von Ausgabe und Verkaufsfall abhängen, sollten Sie die aktuellen Regeln prüfen, bevor Sie den Verkaufspreis festlegen.

Welcher Weg passt zu Ihnen?

Ein Verlag passt eher, wenn Sie die Auswahl und einen Teil der Herstellung einem Verlag überlassen möchten und bereit sind, Rechte nach Vertrag einzuräumen. Selfpublishing eignet sich eher, wenn Sie Veröffentlichungsentscheidungen selbst treffen und Herstellung sowie Vermarktung planen oder beauftragen möchten. Eine Literaturagentur kommt infrage, sofern sie Ihr Projekt vertreten kann und der gewünschte Verlag Einsendungen über Agenturen bevorzugt.

Vergleichen Sie nicht nur mögliche Einnahmen oder die Geschwindigkeit. Prüfen Sie konkret, wer für Lektorat, Gestaltung, Vertrieb und Werbung zuständig ist, welche Rechte gebunden werden und wer die Kosten trägt. Es gibt keine verlässlichen allgemeinen Zahlen zu Einnahmen, Verkaufschancen oder Gesamtkosten, die für alle Veröffentlichungswege gelten.