Schriftsteller werden

Schriftsteller werden: vom Traum zum Beruf

Noch immer hält sich die Vorstellung, dass man nicht Schriftsteller werden kann, sondern es entweder ist oder eben nicht ist. Aber dem ist nicht so, denn auch kreatives Schreiben lässt sich erlernen. Wie bei anderen Berufen auch müssen auch angehende Schriftsteller sich zunächst das notwendige Wissen und Handwerkszeug aneignen, um ihr schöpferisches Potential überhaupt entfalten zu können.

Lesen ist der Anfang des Schreibens

Buch schreiben & Autor werden

Wer Schriftsteller werden möchte, ist als Leseratte sehr im Vorteil. In die weite Welt der Bücher und Geschichten einzutauchen, bringt nicht nur sehr viel Freude mit sich, sondern ist auch eine Vorbereitung für das spätere Schreiben. Selbst ohne größere Anstrengung wird der Wortschatz und das Allgemeinwissen trainiert. Außerdem lässt sich direkt am Anschauungsmaterial lernen, wie andere Schriftsteller Handlungsbögen aufbauen, Charaktere entwickeln und zentrale Konflikte darstellen. Auch die mitunter sehr unterschiedlichen Themen, Genres und Sprachstile sind höchst interessant, wenn man selbst Schriftsteller werden möchte.

Schriftsteller werden
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Um Ideen festzuhalten, empfiehlt es sich, immer ein Notizbuch mit sich zu führen.

Übung macht den Meister

Natürlich muss auch das Schreiben selbst geübt werden, denn selbst die großartigste Romanidee taugt nichts, wenn sie sich nicht umsetzen lässt. Auch wenn es noch lange nicht so verbreitet ist wie in den USA, werden inzwischen vielerorts Kurse für kreatives Schreiben angeboten, in denen man in einer Gruppe Gleichgesinnter erste Schreibversuche wagen kann. Wer einen solche Kurs nicht besuchen kann oder möchte, tut gut daran, sich selbst eine regelmäßige Routine zu schaffen. Mit festen Zeiten, die nur für den Schreibtisch oder Computer reserviert sind, kann das Schreiben leichter in den Alltag integrieren und auch in unruhigeren Lebensphasen oder bei Rückschlägen noch am Ball bleiben. So lassen sich beispielsweise auch Schreibblockaden vermeiden. Um Ideen festzuhalten, die außerhalb der eigentlichen Schreibzeiten auftauchen, empfiehlt es sich, immer ein Notizbuch mit sich zu führen. So geht kein Gedanke verloren und trotzdem wird die Tagesroutine nicht durchbrochen.

Kritik suchen und aushalten

Jeder, der Autor werden und nicht nur für die eigene Schublade schreiben möchte, muss sich früher oder später dem Lesepublikum stellen. Auch wenn es naheliegend erscheint, sind Freunde und Verwandte nicht geeignet als Erstleser, da sie in der Regel voreingenommen sind. Ehrliche Kritik ist aber eine Voraussetzung dafür, die eigenen Fehler beim Schreiben zu erkennen und an ihnen wachsen zu können, um ein besserer Schriftsteller zu werden. Dank des Internets ist es inzwischen aber leicht, für jedes Genre und jedes Schreibniveau ein passendes Schreibforum zu finden, in dem sich Hobbyschriftsteller und solche, die professionelle Schriftsteller werden wollen, austauschen. Dabei gilt es allerdings, sich ein dickes Fell zuzulegen, denn gerade in der Anfangszeit kann jede Kritik an den oft mühsam verfassten eigenen Texten schmerzhaft sein. Der Lerneffekt kann jedoch enorm sein, und jeder Fehler, der in dieser Phase ausgebügelt wird, steht einem späteren kommerziellen Erfolg nicht mehr im Weg.

Erste Schritte zur Veröffentlichung

Auch wer beabsichtigt, Romane zu veröffentlichen, sollte zunächst versuchen, kürzere Texte zu veröffentlichen. Neben dem Zeitaufwand für das Schrieben ist der Hauptfaktor dabei, dass erfolgreiche Veröffentlichungen nicht nur das Selbstvertrauen als Autor stärken, sondern auch den Weg zu einem Buchverlag ebnen können. Insbesondere Regionalzeitungen mit geringem Mitarbeiterstab nehmen gerne themenbezogene Artikel von Gastautoren an. Diese Artikel werden zwar meist nur sehr gering entlohnt, können aber ein erster Schritt in Richtung auflagenstärkerer Zeitungen und Zeitschriften sein. Bei einer Spezialisierung auf eine bestimmtes Genre wie Science Fiction oder Fantasy können auch Webseiten oder Zeitschriften mit einer Rubrik für Fan Fiction ein geeigneter Einstieg ins professionelle Schreiben sein.

Verlag finden

Um schließlich einen Roman zu veröffentlichen, genügt es nicht, ein entsprechendes Manuskript vorliegen zu haben. Den passenden Verlag zu finden, der ihn auch veröffentlichen möchte, ist selbst bei qualitativ hochwertigen Texten nicht unbedingt einfach, insbesondere dann, wenn der Autor noch unbekannt ist. Da alle Verlage ganz eigene Schwerpunkte setzen, ist es nicht sinnvoll, jeden unbesehen anzuschreiben. Ein Blick in das jeweilige Verlagsprogramm ist hilfreich, um bereits im Vorfeld zu entscheiden, ob der eigene Roman thematisch in dieses Umfeld passt und deshalb eine Chance auf Veröffentlichung besteht. Außerdem sollte ein Schriftsteller niemals ein ganzes Manuskript einsenden, da die Verlage meist sehr viele Einsendungen erhalten. In der Regel genügt ein Exposé, in dem der Inhalt des Romans skizziert wird, sowie ein kurzer Textauszug. Außerdem sollten formale Vorgaben wie die Verwendung von Normseiten eingehalten werden. Falls es dennoch zu einer Absage kommt, sollte man sich davon nicht entmutigen lassen, denn oft klappt es dann in einem weiteren Anlauf bei einem anderen Buchverlag.

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